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Klosterkirche Barsinghausen

Adresse

Bergamtstraße 8
30890 Barsinghausen
Telefon: 05105 61938
Telefax: 05105 61938
E-Mail: info@kloster-barsinghausen.de
Website: http://www.kirc..singhausen.html

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Weitere Informationen

Das Kloster Barsinghausen wurde erstmals 1193 urkundlich erwähnt. Es ist das älteste der fünf im ehemaligen Fürstentum Calenberg gelegenen Frauenklöster. 1543 wurde im Kloster die Reformation eingeführt. Nach schweren Schäden am Gebäude während des 30-Jährigen Krieges wurde es erst in den Jahren 1700 bis 1704 wieder aufgebaut. Seit 1996 führen die Schwestern der Evangelischen Kommunität den klösterlichen Rhythmus von "Bete und Arbeite" (ora et labora) fort. Die Kommunität ist Teil der Diakonischen Schwesternschaft Wolmirstedt e.V., die 1954 bei Magdeburg gegründet wurde. Das Leben der Schwestern im Kloster orientiert sich an den drei evangelischen Räten: Gütergemeinschaft, Ehelosigkeit und Gehorsam. Der Tagesablauf ist durch die Tageszeitengebete geprägt. Die Kommunität empfängt Einzelgäste im Kloster, die Stille und Gebet suchen. Auch das Mitleben und -arbeiten in der Kommunität auf begrenzte Zeit gehört zu den Angeboten.

Ansicht

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Liebe Besucherin, lieber Besucher,

wir begrüßen Sie herzlich in der Klosterkirche Barsinghausen! Seit über 800 Jahren dient diese Kirche als Ort des Gottesdienstes und des Gebets. Menschen aus der Gemeinde wie auch die Bewohnerinnen des Klosters fanden und ?nden hier Raum, um vor Gott still zu werden, zu feiern, zu singen, zu hoffen und zu trauern. Dieser kleine Begleiter möchte Ihnen behil?ich sein, unsere Klosterkirche zu entdecken.

Evangelisch-lutherische Mariengemeinde und Kloster Barsinghausen

Zur Geschichte der Klosterkirche

In einer Urkunde aus dem Jahr 1203 bezeugt Bischof Diet­mar von Minden: Der Edelherr Widekind von Schwalenberg habe, göttlich erleuchtet, den Ort „Berchingehusen", den er vom Bischof als Lehen hatte, zurückgegeben und ihn gebeten, dort ein Kloster und einen Konvent von Knechten und Mägden Gottes entstehen zu lassen. Der Bischof habe dem Wunsch gern zugestimmt, zur Ehre Gottes und seiner Mutter an diesem Ort eine Kongregation nach der Regel des Hl. Augustinus eingerichtet und derselben einen Propst an die Spitze gesetzt (wahrscheinlich 1189). Der Männerkon­vent wurde jedoch bald aufgegeben. Seit 1229 werden nur noch Nonnen im Kloster erwähnt. Die Reformation wurde 1543 in Barsinghausen eingeführt. Von 1862 bis 1865 fand eine tiefgreifende Renovierung der Kirche statt. Damals wurden die mittelalterliche Nonnenempore und die darunter liegende Krypta abgerissen. Dafür fügte man die heutigen Emporen ein. Die letzte wesentliche Umgestaltung der Kirche wurde im Jahr 1959 vorgenommen. Dabei wurden die neuromani­schen Ausstattungsstücke von 1865 (Altaraufsatz, Kanzel, Lesepult) entfernt.

Als Teil des Klosters gehört die Klosterkirche zum Allgemeinen Hannoverschen Klosterfonds, der von der Klosterkammer Hannover verwaltet wird.

Die Kirche

Die Klosterkirche ist als Hallenkirche erbaut, d. h. die beiden Seitenschiffe besitzen die gleiche Höhe wie das Mittelschiff. Das verleiht dem oberen Bereich des Kirchenraumes einen weiten, hellen Charakter. Die Kirche ist eine der ältesten Hallenkirchen in Nord­deutschland. Das Mauerwerk der Kirche besteht aus gelbem Sandstein, der in einem Steinbruch bei Barsinghausen gebrochen wurde. Der Grundriss der Klosterkirche ist kreuzförmig angelegt. Allerdings blieb der Bau unvollendet. Vom Langhaus wurde nur ein Joch ausgeführt. Weitere Joche waren geplant, von denen die Fundamente bei Ausgrabungen entdeckt wurden. Obwohl der Spitzbogen fast durchgehend verwendet ist, über­wiegen im Baustil der Klosterkirche noch die Stilelemente der Romanik: Dazu gehören die Gestaltung außen (besonders Chor­bereich und Eingangsportal) ebenso wie die Kapitelle der Dienstpfeiler (p?anzliche Motive, Fabelwesen und Gesichter). Das gesamte Innere zeichnet sich durch kräftige Pfeiler und Bögen aus, die dem romanischen Raum einen stabilen, aber auch klaren Eindruck geben. Die Kirche wird hier als Himmelsburg verstanden, in der Gott als der mächtigste Herrscher seine Gläubigen vor sichtbaren und un­sichtbaren Feinden beschützt.

Der Eingangsbereich

Wenn Sie durch die zweite Tür ins Kircheninnere treten, begegnet Ihnen linker Hand das Altarbild von 1865 mit dem „Einladenden Christus", gemalt von Hofmaler Carl Oesterley aus Hannover.

Der Chor

Der Chor war ursprünglich als Hochchor ausgeführt. Hinter dem Altar sind drei vermauerte Rundfenster zu sehen, die einer Krypta unter dem Hochchor Licht gegeben haben. Der Aufsatz des Altars besteht aus spätmittelalterlichen Holzreliefs, die Szenen aus dem Leben Jesu zeigen. Sie wurden bei der Renovierung 1862-65 im Fußboden der alten Nonnenempore gefunden. 1959 stellte man sie in ihrer heutigen Anordnung zusammen und versetzte sie hierher. Der Goldgrund hinter den Schnitzbildern ist Symbol für die Unendlichkeit und Ewig­keit Gottes. Die sechs Tafeln mit bewegten Szenen aus dem Leben Jesu ?nden in der ruhig gehaltenen Kreuzigungs­szene ihre Mitte. Die Bemalung des Apsisgewölbes über dem Altar stammt von 1911 und ist dem romanischen Stil nachempfunden. Sie zeigt Christus als Weltenherrscher auf einem Thron mit dem Buch des Lebens. Er wird ? ankiert von Maria, seiner Mutter, und Johannes dem Täufer mit dem Lamm. Rechts vom Altar? nden Sie die Grabplatte des Propstes Bodo, des ersten Vorstehers des Klosters († nach 1213), über ihm die segnende Hand Gottes.

Die Glasfenster

Die Glasfenster im Chor sind von dem aus Barsinghausen stammenden Künstler und Kunstprofessor Kurt Sohns gestaltet. Die drei Fenster hinter dem Altar (1960/61) zeigen Hauptsymbole des christlichen Glaubens. In der Mitte erscheint das Kreuz, die Mitte des Glau­bens. Im linken Fenster ist der Kelch des Abendmahls dargestellt. Im rechten Fenster ist die weiße Taube als Symbol des Heiligen Geistes zu sehen, der in der Taufe geschenkt wird. Die beiden Seitenfenster des Chores (1960-62) zeigen Szenen aus dem Alten und Neuen Testament. Die Bilder sind nach einer mittelalterlichen Methode aufeinander bezogen: Stationen des Lebens Jesu (Südfenster) werden durch Geschichten aus dem Alten Testament (Nordfenster) gedeutet. So wird z. B. die Sturmstillung Jesu in Verbindung mit der Arche Noah gebracht: Wie Gott Noah in der großen Flut bewahrt hat, so hat auch Jesus Macht über die Naturgewalten und kann daraus erretten. Den Szenen des Südfensters sind die des Nordfensters wie folgt zugeordnet: Dem Kreisfenster der Südseite mit Christus als Weltenherrscher: das Kreisfenster der Nordseite mit Gottes Hand aus dem Regenbogen, die auf die Gesetzestafeln zeigt; der Geburt Christi im Südfenster: der Tanz um das Goldene Kalb; der Flucht der Heiligen Familie nach Ägypten: die Rettung des kleinen Mose im Nordfenster; der Sturmstillung: die Arche Noah; der Bergpredigt: Jakobs Traum von der Himmelsleiter; der Einsetzung des Abendmahls: die Opferung Isaaks; der Kreuztragung: die Erzählung von Kain und Abel. Die Fenster der Taufkapelle im südlichen Querhaus stammen ebenfalls von Kurt Sohns. Das linke Fenster zeigt einen Bergmann und erinnert daran, dass in Barsinghausen bis 1956 Steinkohle gefördert wurde. Das rechte Fenster nimmt diese Grubenerfahrung auf. Es zeigt Daniel in der Löwengrube, den Gott in dieser gefährlichen Situation wie mit einem Mantel schützt. Daniel war der Schutzpatron der Bergleute. Der achteckige Taufstein in der Taufkapelle stammt aus dem Jahr 1588. Die Zahl Acht ist ein altes christliches Symbol für die Auferstehung Jesu Christi.

Die Emporen

Vom Eingangsbereich der Kirche aus gelangen Sie auf die Emporen. Von Anfang an gab es in der Klosterkirche Emporen. Die heutigen Emporen wurden 1862-65 eingebaut. Achten Sie auf die Kapitelle der Dienstsäulen. Siezeigen u. a. sorgfältig gearbeitete P?anzenornamente. Am Pfeiler links neben der Orgel ist ein verschlungenes Mythenwesen zusehen: Das Böse soll durch seine Darstellung aus der Kirche verbannt werden. Auf der Prieche sind in den Kapitellen ängstlich

blickende Gesichter dargestellt, die an die Anfechtung erinnern und zum Gebet ermahnen sollen. Die Orgel auf der Westempore wurde 1980 von der Firma Hillebrand aus Altwarmbüchen eingebaut. Sie hat eine barocke Klangfarbe und besitzt 22 Register.

Die Damenempore („Prieche")

Anstelle der Damenempore befand sich hier vor Einbau der heutigen Emporen im 19. Jh. die alte Nonnenempore aus der Erbauungszeit der Kirche. Auf ihr hielten die Nonnen und später die Konventualinnen des Klosters ihre Stundengebete, und von hier aus nahmen sie an Gottesdiensten in der Kirche teil. Heute hält die Kommunität des Klosters hier das Mittags- und das Nachtgebet. Das Glasfenster von Kurt Sohns zeigt das Gleichnis von den klugen und den törichten Jungfrauen. Das große Ölgemälde „Christus am Kreuz" stammt aus dem barocken Aufsatz des Hauptaltars von 1717. Er wurde bei der Renovierung im 19. Jahrhundert entfernt.
Im großen Südfenster sind Wappenscheiben von Konventualinnen aus dem 18. und 19. Jahrhundert zusammengestellt.

Der Gottesdienst in der Klosterkirche?ndet in der Regel Sonntags um 10 Uhr statt; genauere Angaben unter: www.Mariengemeinde-Barsinghausen.de Führungen durch Kloster und Kirche: von März bis Oktober Mittwochs 15 Uhr ab Klostereingang. Für Gruppen und zu weiteren Zeiten nach Absprache (Anfrage beim Kloster unter 0 51 05/6 19 38).

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